Lenneper Turngemeinde 1860 e.V. - Durch Sport mehr erleben

2011-07-06 Pro Röntgen-Stadion


Wilding: Kein Ersatz für Stadion

BM vom 06.07.2011
von Henning Röser

Die Baumarktkette Obi hat ein Angebot für die Flächen in Lennep abgegeben: 2,7 Millionen. Ein Verkauf ist aber unwahrscheinlich. Oberbürgermeisterin Wilding sagte gestern, dass es keine Ersatzflächen für den Sport gibt.

Es war nur eine Randbemerkung, die Oberbürgermeisterin Beate Wilding gestern in einer Pressekonferenz zur nächsten Ratssitzung machte: "Eine Ersatzfläche gibt es nicht." Aber sie bedeutet wohl das Ende aller Diskussionen um die Zukunft des Lenneper Röntgen-Stadion.

Übersetzt heißt dies: Der versprochene adäquate Ersatz für ein Stadion, das im Falle eines Verkaufs für den Sport nicht mehr zur Verfügung steht, ist in Remscheid nicht zu finden – und wohl auch nicht zu bezahlen.
Auch nicht mit den 2,7 Millionen Euro, die die Baumarktkette Obi für Stadion bietet. Knapp 34 000 Quadratmeter würde sie am Stadion kaufen und auf einen Teil davon einen Bau- und Heimwerkermarkt mit Gartencenter errichten. Angliedern möchte Obi an den Baumarkt auch rund 3000 Quadratmeter Flächen für Fachmärkte etwa im Bereich Elektro, Textil und Schuhe, die vermietet werden sollen. Die Sortimente können mit der Stadt abgestimmt werden.
Sollte die Stadionfläche nicht zum Verkauf stehen, will Obi versuchen, die Fläche des ehemaligen Klee-Fachmarktes sowie Flächen im angrenzenden Lennepe-Bachtal zu "beplanen". Bedingung ist, dass die Firma insgesamt 30 000 Quadratmeter Fläche ankaufen kann. Der Verkaufspreis müsse hier niedriger liegen, weil die Lage deutlich ungünstiger sei.

Einzelhandel am Schützenplatz?

Die Remscheider Firma Knebes und ein privater Investor interessieren sich für den Schützenplatz. Knebes könnte sich vorstellen, dort ein Einzelhandelszentrum zu errichten, wie es am Bahnhof Hasten mit großem Erfolg gelungen ist. Partner dort sind Lidl und Edeka. Der geplante Baumarkt sei für diese Nutzung ein guter "Frequenzbringer".

Welche Nutzung der Privatinvestor für das Gelände anstrebt, geht aus einer Vorlage für die Politik nicht hervor. Er hat aber angekündigt, dass das Gelände weiterhin als Kirmesplatz zur Verfügung stehen soll. Sollte der Platz für die Feste der Lenneper Schützenvereine nicht mehr genutzt werden kann, müsste die Stadt einen geeigneten anderen Platz anbieten. So sehen es die Verträge mit der Stadt vor.

Wilding kündigte gestern vor der Presse an, dass der Rat in dieser Woche noch weitere Informationen erhalten wird, um am 14. Juli eine Entscheidung über die weitere Verwendung der Grundstücke in Lennep treffen zu können.

Dazu gehört auch das Zahlenwerk, das Wilding am Dienstag bereits für sich interpretierte. Die Stadt werde aber keine Empfehlung in irgendeine Richtung abgeben, sagte sie. "Wir haben nur im Auftrag des Rates geprüft", sagte Wilding.


Stadion- Initiative plant Proteste wie Stuttgart 21

BM vom 28.05.2011
von Henning Röser

Plakationen, Unterschriftensammlungen, Diskussionsveranstaltungen und eventuell sogar ein Bürgerbegehren- die Initiative "Pro Röntgen Stadion" plant zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen, um den geplanten Verkauf der traditionsreichen Lenneper Sportstätte abzuwenden.
Bis Ende der kommenden Woche sollen in der ganzen Stadt die gelben Plakate mit dem Motto "Hände weg vom Röntgen-Stadion" aufgehängt sein, sagte Sportbundchef Reinhard Ulbrich gestern auf einer Pressekonferenz. Er kündigte an, dass die Initiative ab jetzt bei jeder politischen Sitzung, die sich mit dem Stadion befasst, mit Protestaktionen präsent sein wird. Sollte der Rat einen Verkauf beschließen, will die Initiative ein Bürgerbegehren anstrengen. Große Protestaktionen wie bei Stuttgart 21 sind angedacht.
Die Initiative, der auch die Wählergemeinschaft in Remscheid beigetreten ist, stehe repräsentativ für eine "riesenbreite Bürgerschaft", sagte Ulbrich. Die Pläne der Stadt rund um den Stadionverkauf bezeichnete er als "absurde Maßnahme", mit der sich Remscheid im Falle einer Umsetzung lächerlich mache. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass die verschuldete Stadt den Verkaufserlös in den Bau eines neuen Stadions investieren dürfe.
Es gebe keien Platz für ein Ersatzstadion, ergänzte Klaus Kreutzer vom Verkehrs- und Förderverein. Er sprach sich auch gegen den Verkauf des Kirmes- und des Jahnplatzes aus, der ebenfalls von der Stadt geprüft wird. Ohne diese Plätze fehlten die Parkmöglichkeiten für die Stadionbesucher. Damit werde eine "neue Tür aufgemacht", die Argumente für einen Stadionverkauf liefere.
Mit den Verkaufsplänen sei "eine Schmerzgrenze erreicht", sagte Peter Maar vom Heimatbund Lüttringhausen. Die Bürger dürften nicht zusehen, wie Remscheid seiner Attraktionen beraubt werde. Angesicht der Größe des auf der Stadionfläche geplanten Baumarktes bestehe die Gefahr, "dass Lennep zum Parkplatz von Obi wird", sagte Thomas Schmittkamp vom Verein "Lennep Offensiv".


Stadion - viele Fragen sind offen

bm vom 28.05.2011
Remscheid (RP) Die Zukunft des Lenneper Röntgen-Stadions ist in Frage gestellt. Die Stadt braucht Geld und überlegt, es an einen Baumarkt-Betreiber zu verkaufen. Dagegen hat sich mit der Interessengemeinschaft "Pro Röntgen-Stadion" Widerstand formiert. Gestern stellten ihre Mitglieder die geplanten Protest-Aktionen vor. Einen ersten Eindruck gab es bereits beim Freundschaftsspiel des FC Remscheid gegen Bayer Leverkusen: Die Nachwuchskicker des FCR, die zu Beginn des Spiels mit den Sportlern einliefen, trugen blaue T-Shirts mit der Aufschrift "Hände weg vom Röntgen-Stadion".

Derweil schlägt Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein moderatere Töne an. Vor wenigen Wochen noch hatte er das Stadion als marode bezeichnet und damit den Zorn der Lenneper Vereine und der Sportvereine auf sich gezogen. Zudem ist sich die Stadtverwaltung offensichtlich uneins in Bezug auf Zustand und Zukunft des Röntgen-Stadions. Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz hat bei der Mobilen Redaktion der BM eindeutig Position für das Stadion bezogen.

Zu wenig diskutiert werden außerdem die Alternativen zum Röntgen-Stadion als Baumarkt-Standort. Die Idee, den ehemaligen Klee-Standort auf seine Tauglichkeit hin zu untersuchen, stammt nicht von der Stadtverwaltung, sondern von der Politik. Dass der Stadt jetzt ein so harscher Gegenwind ins Gesicht bläst, liegt auch daran, dass sie bislang nicht dargelegt hat, warum es kaum oder keine Alternativ-Standorte für einen Baumarkt geben soll. Wurden tatsächlich alle Möglichkeiten geprüft? Welche wurden geprüft? Und warum sind andere Standorte ungeeignet? Die Antworten auf diese und weitere Fragen blieb die Stadt der Öffentlichkeit bislang schuldig.

Außerdem ist unklar, was der Verkauf des Stadions der überschuldeten Stadt Remscheid bringen soll, wenn sie im gleichen Zuge verspricht, es könne anderswo ein Stadion neu errichtet werden. Der Schuldentilgung - dem originären Zweck der Aktion - scheint der Verkauf dann ja nicht zu dienen. Abgesehen davon, dass der Erlös des alten Stadions für einen in Größe und Funktion gleichwertigen Neubau kaum ausreichen dürfte. Bleibt das Argument, dass die Stadt mit dem Verkauf des Stadions an eine Baumarktkette einen Steuerzahler nach Remscheid holt. Stimmt, doch die Erfahrungen zeigen, dass derlei Entscheidungen nicht nachhaltig sind. Einzelhandelsunternehmen errichten Standorte und geben sie innerhalb weniger Jahre wieder auf. Ein Blick aufs leer stehende Hertie-Haus zeigt, dass nichts in dieser Branche noch sicher ist.

Sicher aber ist, was ein Bürger bei der Mobilen Redaktion der BM jetzt sagte: "Geben wir das Röntgen-Stadion auf, ist das endgültig. So was kriegen wir nie wieder."

Artikel vom 20.05.2011, Remscheid
Von Alexandra Kemp
Bergische Morgenpost


Lenneper kämpfen fürs Stadion

bm vom 20.05.2011
Remscheid (RP) Bei der Mobilen Redaktion der Bergischen Morgenpost waren sich die Gäste einig: Es gibt keine Alternative zum Röntgen-Stadion. Eine gleichwertige Lösung, wie im Falle eines Verkaufs versprochen, sei unrealistisch.

Max und Can sind stolz auf ihre T-Shirts. "Hände weg vom Röntgenstadion" ist darauf zu lesen – eine Forderung, hinter der die Achtjährigen voll und ganz stehen. "Das Stadion ist toll, weil es hier einen Schotterplatz und einen Rasenplatz gibt", sagt Can. So war es für ihn und viele weitere Nachwuchs-Kicker des FC Remscheid eine Frage der Ehre, das Protest-T- Shirt beim Einmarsch der Teams gestern beim Spiel des FCR gegen Bayer Leverkusen zu tragen.

Mit Protest-T-Shirts lief der Nachwuchs des FCR gestern auf: "Hände weg vom Röntgenstadion" ist darauf zu lesen (Foto rga)
Mit Protest-T-Shirts lief der Nachwuchs des FCR gestern auf: "Hände weg vom Röntgenstadion" ist darauf zu lesen (Foto rga)

Die Stadt Remscheid überlegt, das Röntgen-Stadion an einen Baumarktbetreiber zu verkaufen. Dagegen regt sich Widerstand, der sich bei der Mobilen Redaktion der BM gestern klar äußerte. Vor Anpfiff des Spiels nutzten Vereinsvertreter und Bürger die Gelegenheit, ihren Unmut auszudrücken. Allen voran die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Pro Röntgen-Stadion".

"Lennep braucht einen Baumarkt, aber nicht hier", so lautete die Quintessenz der Gespräche. "Es gibt keinen alternativen Standort für ein Stadion, aber es gibt alternative Standorte für einen Baumarkt", sagte Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins.
Ärger über Sonnenschein-Aussage

Für Irritation hat jüngst die Aussage von Hans-Gerd Sonnenschein, Leiter des Amts für Stadtplanung und Wirtschaft, gesorgt, das Stadion sei nicht zukunftsfähig und genüge den Ansprüchen an eine moderne Sportstätte, etwa für Leichtathletik, nicht. "Diese Aussage ist entweder eine Provokation oder zeugt von mangelnder Kenntnis", schimpfte FCR-Ehrenvorsitzender Bernd Koch. "Sonnenschein ist uns jede konkrete Aussage schuldig geblieben, wo denn das Stadion nun mangelhaft sein soll", sagte Ralf Flügge von den Altstadtfreunden. Sonnenschein selbst konnte wegen der parallel laufenden IHK-Veranstaltung zur Freiheitstraße nicht zur Mobilen Redaktion kommen.

Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz, der sich von Beginn der Diskussion an für das Stadion ausgesprochen hatte, wurde gestern am BM-Stand sehr deutlich: "Diese Aussage ist maximal privater Natur." Sie sei nicht autorisiert gewesen und entspreche nicht der Position der Verwaltungsspitze. Auch die Oberbürgermeisterin habe betont, dass es keine Lösung ohne gleichwertigen Ersatz geben. "Und gleichwertiger Ersatz ist nicht Reinshagen oder weit weg von Lennep", sagte Mast-Weisz.

Auf die von FCR-Präsident Dieter Maar auf den Punkt gebrachte Sorge, dass das Stadion-Gelände erst verkauft und dann der "adäquate Ersatz" auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werde, sagte Mast-Weisz: "Das geht gar nicht." Sportamtschef Bernd Fiedler ergänzte, dass die Aussage, das Stadion sei nicht zukunftsfähig, nicht den Tatsachen entspreche. Für hochwertige Leichtathletik-Veranstaltungen gebe es das Stadion Reinshagen, für den Schul- und Breitensport in Lennep reiche das Röntgen-Stadion aus.
Neubau kostet Millionen

Letzterer liegt etlichen BM-Lesern am Herzen, die extra zur Mobilen Redaktion ins Stadion kamen. Regina Kister, Erzieherin im Ruhestand, hat das Stadion mit Kindern genutzt, heute läuft sie dort. Sie regt eine Unterschriftenaktion an. "Damit Lennep nicht ganz ausstirbt." Auch Hildegard und Karl Schnell und Helga und Bernd Kotzan trainieren im Stadion.

Es müsse auch für die vielen Schüler erhalten bleiben, sagt Hildegard Schnell. Heinz Dörpinghaus, stellvertretender Schulleiter des Röntgen-Gymnasiums, sagt: "Wir brauchen das Stadion für die Bundesjugendspiele und den Sportunterricht." Für ihn ist ein Abiturient, der nie einen 100-Meter-Lauf absolviert hat, undenkbar. Hans-Günther Wallraff, früher Torhüter beim VfL Lennep und Opa eines Bambini-Kickers, fragt: "Wo soll das Geld für einen Neubau herkommen?" Nach Aussage von Bernd Fiedler würde das acht bis zehn Millionen Euro kosten.

Der FC Remscheid würde auch ohne Stadion weiter bestehen, sagt Präsident Maar. Die Aussicht, mal wieder in höheren Ligen zu spielen, müsste er aber begraben.

Artikel vom 20.05.2011, Remscheid
Von Alexandra Kemp, Henning Schlüter und Kristina Hellwig
Bergische Morgenpost


Vereine gründen "Pro Röntgen-Stadion"

rga 13.05.2011

Gegen einen möglichen Baumarkt oder andere Bauvorhaben auf dem Gelände des heutigen Röntgen-Stadions formiert sich breiter Widerstand. Am Mittwoch gründete sich die Initiative "Pro RöntgenStadion".

Bislang sind neun Vereine und Verbände dabei, weitere Mitstreiter seien immer willkommen. Erste Aktionen plant das Bündnis bereits in Kürze.

"Wir haben den Eindruck, dass die Politik immer mehr auf die Baumarkt-Pläne drängt, ohne sich um die anderen Dinge zu kümmern", sagt Reinhardt Ulbrich, als Vorsitzender des Sportbundes Remscheid einer der Initiatoren. Was würde aus dem FC Remscheid? Wo sollen die Sportler hin, wenn das Röntgen-Stadion weichen muss? "Ich habe den Eindruck, die Truppe, die derzeit im Rat gestaltet, geht auf diese Fragen überhaupt nicht ein", so Ulbrich.

Der Initiative gehe es darum, das Röntgen-Stadion grundsätzlich zu erhalten - unabhängig davon, ob ein Baumarkt oder andere Bauvorhaben dort entstehen sollen. Der Stadtrat hatte entschieden, das Gelände auf seine Tauglichkeit für solche Vorhaben zu untersuchen. Bedenkliche Altlasten jedenfalls gibt es laut Gutachten nicht auf dem Gelände.

Bevor die Gespräche um eine mögliche Nutzung des Geländes als Baumarkt-Standort in die entscheidende Phase gehen könnten, sei es nun höchste Zeit für Proteste. Schon bald sollen erste Aktionen stattfinden. Ulbrich: "Ideen sind schon da. Jetzt starten wir in die Arbeit."

PRO RÖNTGENSTADION

MITGLIEDER Der Initiative gehören bislang an: Verkehrs- und Förderverein Lennep, VFL Lennep, LTG, Altstadtfreunde, Lenneper Schützen 1805, FC Remscheid, Heimatbund und Marketingrat Lüttringhausen, Sportbund Remscheid.

ANSPRECHPARTNER Weitere Mitstreiter sind willkommen. Ansprechpartner sind die Vorsitzenden der beteiligten Vereine.

Artikel vom 13.05.2011, Remscheid
Von Kerstin Neuser
Remscheider Generalanzeiger


Initiative gegründet – "Pro Röntgen-Stadion"

bm 12.05.2011

(RP) Gestern Nachmittag gründete sich eine Initiative, die sich für den Erhalt des Röntgen-Stadions einsetzt. Das berichtet Sportbund-Chef Reinhard Ulbrich gestern zu Beginn der Schulausschusssitzung, der in den Räumen des Sportbundes tagte. Mitglieder der Initiative "Pro Röntgen Stadion" sind: Verkehrs- und Förderverein, VfL Lennep, LTG, Schützenverein von 1805, Altstadtfreunde, FC Remscheid, Heimatbund Lüttringhausen, Marketingrat Lüttringhausen und Sportbund. Sie planen ein Aktionsprogramm.

Artikel vom: 12.05.2011 Remscheid
Bergische Morgenpost